TipIsland 2015 - der ausführliche Bericht

Party-Tanzen/ Rotel-Reisen und mehr

Moderator: Forenmoderatoren Christoph


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Island 2015 - der ausführliche Bericht

Beitrag#1von Forenmoderatoren Christoph » 2. Jan 2016, 20:00

Island – das erste Mal mit dem Rollenden Hotel – vom 22.06.-08.07.2015

Vorprogramm 21.06.2015 – Anreise mit dem Zug nach Hamburg

Nach einer sehr kurzen Nacht – ich hatte am Vorabend mit den Müsis und Freizeit4you im Loft in München noch gefeiert – Konzert mit Bunnyhill Overkill – ging es am Morgen des 21.06.2015 endlich los. ICE von München nach Hamburg pünktlich um 9 Uhr 05, zusammen mit einer Mitreisenden aus Tegernsee. Wir hatten uns für die 1. Klasse entschieden – wenn schon denn schon, der Preis dafür war mit 89,-- €uronen recht annehmbar, wenn man dafür auch Butterkuchen und Kaffee am Platz serviert bekommt. Ankunft in Hamburg ca. 15 Uhr, sodann ins Hotel Novum Graf Moltke, von dem aus der Busbahnhof schon gegenüber lag. Abendessen in der Schifferbörse, einem Lokal mit richtig tollem Schiffsambiente. Für mich gab es den Panfisch, ein Fischgericht mit dreierlei gebratenem Fisch, dazu Bratkartoffeln. Bild
Anschließend – schon ewig nicht mehr gegessen – rote Grütze mit Vanillesauce zum Nachtisch.

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Nach dem Essen noch gemeinsamer Spaziergang zum Busbahnhof, unseren Bus begutachten, mit dem wir ab dem nächsten Tag unterwegs sind und in dem wir auch schlafen werden.
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1. Tag – 22.06.2015
Endlich ist er da, der große Tag, wir starten zu unserer Großen Islandreise mit unserem neuen Rotelbus.Bild
Für mich ist es die erste Fahrt mit einem LKW-Bus. Bevor es allerdings losging, musste hinten im Schlafbereich aufgeklappt werden. Sämtliches Gepäck musste aus Platzgründen in den Kabinen verstaut werden. Das ganze wurde von viel Publikum beobachtet, das uns zum Abschied auch zuwinkte, als sich der LKW in Richtung Autobahn in Bewegung setzte.
Folgende Route war an diesem Tag vorgesehen: Autobahn Hamburg – Flensburg – durch ganz Dänemark bis nach Hirtshals im Norden von Dänemark. Wie erwartet, zog sich das den ganzen Tag hin, es waren auch 530 km zu fahren. Der Lkw durfte nur 80 km/h fahren. Am späten Nachmittag dann endlich Ankunft am Campingplatz in Hirtshals direkt am Meer und erster Aufbau des Rotels sowie erstes Rotelabendessen.

2. und 3. Tag 23. Und 24.06.2015

Am 2. Tag hieß es einschiffen auf die Norröna von der Smyrill-Line. Nach dem Frühstück wieder abbauen, kurze Fahrt zum Hafen – und warten auf das Einschiffen. Wir hatten Innenkabinen, jeweils zu viert, in der es schon recht eng zuging, wenn alle vier gleichzeitig drinne waren, was gottseidank nicht allzuoft der Fall war. An Deck warteten wir auf das Ablegen. An Bord galt eine andere Zeit, eine Stunde zurück gegenüber der unseren. Mit einer halben Stunde Verspätung ging es dann los, nächster Halt Färöer-Inseln. Bis dahin sollte es 30 Stunden dauern. An Bord machten wir erstmal ausgiebige Rundgänge, was gab es alles an Unterhaltungseinrichtungen. Zwischendrin hatte ich mich für ein Nickerchen auf dem Bett entschieden. Ich wachte dann auf, weil das Schiff spürbar zu stampfen anfing. Bis zum Abend wurde auch die See merklich unruhiger, und es schaukelte ziemlich stark, sodass man gut beraten war, den Haltegriff unter der Matratze herauszuklappen. Für den Fall noch heftigeren Seegangs befanden sich auch Sicherheitsgurte darunter.

Wir hatten für den Abend gemeinsames Büffet-Essen gebucht. Wer mich kennt, der weiß wie verfressen ich sein kann, infolgedessen hab ich mich natürlich nicht mit einmal Essenfassen am Büffet zufriedengegeben. Ich hatte in der Nacht auch keine Übelkeitsprobleme.
Da wir schon recht weit nach Norden vorangekommen waren, wurde es schon nicht mehr richtig dunkel draußen. Wir fuhren auch eine ganze Weile entlang der norwegischen Küste, die zeitweise richtig nahe war, so dass sie gut erkennbar war. Am anderen Morgen nach einem sehr leckeren Frühstück erstmal raus an Deck – es herrschte eine sehr steife Brise, sodass man sich gut einpacken und sich auch festhalten musste, sonst wurde man weggeweht. Aber die Sonne schien, der Himmel hatte aufgeklart. Den Tag über blieb uns nichts übrig, als die Bordeinrichtungen zu genießen. Man zog in kleinen Grüppchen von einem Bordrestaurant zum anderen, mal raus an Deck, wieder zurück ins Warme, spielte Karten. Am frühen Abend dann endlich die Ankunft auf den Färöer-Inseln, je näher wir den Inseln kamen, desto weniger blies auch der Wind. Man sah dann auch typisch skandinavische Häuser und Dörfer. Die Hauptstadt ist nicht besonders groß. Auch das Fußballstadion ist gut zu sehen, wo schon EM-Qualifikationsspiele stattfanden. Für eine knappe Dreiviertelstunde lag unser Schiff in Torshavn, zum Be-und Entladen. Gegen 18 Uhr 30 Ortszeit ging es dann weiter nach Seyðisfjörður/Island. Kurz nach der Ausfahrt aus Torshavn ging es noch durch einsame Fjorde bei den Färöer-Inseln. Mit dem phantastischen, ja, fast schon gespenstischen Lichtmix aus Sonne und Wolken sind mir richtig klasse Videoaufnahmen gelungen. Freue mich jetzt schon, diese mal zu zeigen.

4. Tag – 25.06.2015

Heute kommen wir nach Island, dem Land, das ich schon in den Jahren 1996 und 2001 bereist habe. Beide Male mit dem Zelt, aber genauso wie jetzt gebucht über Rotel und schlussendlich durchgeführt über GJ-Travel, einer isländischen Reise-Agentur. Bei der Ankunft in Seyðisfjörður hatten wir tollen Sonnenschein und kaum noch Wind. Das Meer war glatt wie Kinderpopo. Beim Aussteigen mussten wir durch den Zoll, gefunden wurde aber nichts. Man darf nach Island keine Lebensmittel einführen. Deswegen wird es in Island keine Konserven-Dosen à la Rotel geben. Sondern es muss vor Ort eingekauft werden. Aber der Reihe nach.

Am Hafen mussten wir eine ganze Weile auf den Bus warten, dieser musste erst aus dem Schiff raus und ebenfalls durch den Zoll. Sodann Fahrt über verschneites Gebirge – Ende Juni! – nach Egilsstaðir, wo uns schon wieder strahlender Sonnenschein, milde Temperaturen und am dortigen Flughafen endlich auch der Reiseleiter erwarteten. Mit ihm dann wieder zurück in den Ort, Geldwechsel und Einkaufen. Wenn man in Island noch einigermaßen preiswertes Bier trinken möchte, greift man am besten zu welchem mit 2,5% Prozent Alkohol. So kostet die 0,5l-Dose nur ca. 80 Cent umgerechnet (1 EUR = 150 ISK). Außerdem gibt es in Island richtig guten Joghurt – Skyr. Auch dieser wird mein ständiger Begleiter werden. Allerdings passierte mir dort auch ein kleines Missgeschick – ich hatte meine Jacke in einem Café liegen lassen, was ich allerdings erst auf der Weiterfahrt bemerkt hatte. Gottseidank hatte ich noch die Rechnung meines Verzehrs bei mir, auf dieser stand auch die Adresse des Cafés, anhand der man sicherlich die Telefonnummer hätte herausfinden können um dort anzurufen mit der Bitte, die Jacke doch zurückzulegen. In diesem Fall war der Reiseleiter der erste Ansprechpartner – und die erste Enttäuschung! Niente hat er gemacht! Kein Anruf, nichts. Also blieb mir nichts anderes, als im Alleingang (!) drei Tage später nochmal zu dem Café zu gehen und nach der Jacke zu fragen. Was im Übrigen gut ausgegangen ist. Aber nichts destotrotz hätte ich die Jacke in der Askja gut gebrauchen können. Aber das nur am Rande.

Es ging von Egilsstaðir weiter Richtung Myvatn, vorbei an atemberaubenden Vulkanspalten, aus der die natürliche Erdwärme dringt, schmatzenden Schlammbecken, weswegen man in Island auch nicht allzuviel fürs Heizen zahlt. Verbunden mit kleinen Spaziergängen, um sich mal die Füße zu vertreten. BildBild
Endpunkt an diesem Tag war der Myvatn-See, und erster Aufbau des Rotels auf Isländischem Boden – verfolgt von viel Publikum, die so ein Gefährt noch nie gesehen hatten. Spätestens hier wurden auch die Aufgaben in der Gruppe verteilt. Ich hatte mich um die Tische und Stühle zu kümmern. Vor allem war das richtige Einräumen wichtig, denn dafür war nicht viel Platz vorgesehen. Und die Tische und Stühle mussten reinpassen. Also bitte mit System! Dazu noch fast täglich Wasser holen und zweimal insgesamt Einsatz an der Essensausgabe. Hat auch Spaß gemacht!

5. Tag - 26.06.2015

Heute geht es auf eine schöne Rundfahrt. Zuerst zum Godafoss, in den man alte Götterstatuen hineinwarf, nachdem man im Jahr 1.000 das Christentum angenommen hatte. Die Wassermassen, die sich dort hinunterstürzen und dabei ständig die Landschaft formen, sind schon beeindruckend.

Weiter geht es nach Húsavik, wo wir mit dem Besuch des Walmuseums die Mittagspause verbinden. Von dort aus kann man auch Walbeobachtungsfahrten unternehmen. Nach der Mittagspause dann weiter zur Ásbyrgi-Schlucht, die der Sage nach durch ein riesiges Hufeisen geformt worden sein soll. Kurzer Aufenthalt am dortigen See, dann weiter zum Dettifoss, wo sich gigantische Wassermassen in eine tiefe Schlucht stürzen. Ich habe diesen Wasserfall zum dritten Mal gesehen, er hat für mich nichts von seiner Faszination verloren.

Danach dann zurück nach Myvatn. Auf dem Weg dorthin gab es erste Gerüchte, wonach wir evtl. die Askja nicht erreichen würden. Wir stellen allerdings fest, dass die Piste dorthin geöffnet ist. Island hatte aber einen sehr strengen und sehr langen Winter, was man ja auf der Fahrt nach Egilsstaðir schon gesehen hat. Natürlich ließ sich nicht erkennen, ob wir wohl den Campingplatz in der Askja überhaupt erreichen würden. Die Ansprache vom RL zu diesem Thema war nicht gerade ermutigend. Dem Busfahrer allerdings platzte am Abend der Kragen. Er ließ verlauten, dass er sich das ganze selbst anschauen und entscheiden möchte, ob die Strecke überhaupt befahrbar ist. Gesagt, getan, er ließ sich einen Jeep kommen, nach 21 Uhr ging es dann los. Die Zubereitung des Frühstücks wurde zur Sicherheit abdelegiert. Nach der Rückkehr stand fest, wir fahren nach Askja, was sich als überhaupt nicht schlimm herausgestellt hat.

6. und 7. Tag – 27. Und 28.06.2015

Die erste Reisewoche ist schon fast herum, am 6. Tag geht es nun nach ziemlich viel hinundher und Diskutieren also doch in die Askja. Die ersten paar km bis zum Abzweig auf asphaltierter Strasse, dann nur noch Schotterpiste, zunehmend auch durch Lavafelder, was erhöhte Konzentration aufgrund enger Kurven erfordert, und die ersten Wasserfurten, die für den über 500 PS starken Truck kein Problem darstellen.

Die Landschaft in der Askja hat schon etwas Mystisches, die Wolkendecke hing auch sehr tief, fast zum Greifen nah. Und es war durch den Wind schon sehr kalt, obwohl wir nicht sehr hoch waren. Dann hält man sich eben warm, in dem man zum Beispiel miteinander ball spielt, was eine Riesen Gaudi war. Dafür waren in den Hütten richtig gute sanitäre Anlagen vorhanden, die ich so nicht erwartet hätte. Den laut Programm versprochenen Viti-Krater, wo man hätte in der heißen Quelle baden können, erreichten wir indes nicht. In dieser fremdartigen Landschaft, die so ein bisschen an den Mond erinnert, übernachteten wir denn auch. Im Übrigen haben in dieser Landschaft auch die früheren Apollo-Astronauten für Ihre Mondspaziergänge trainiert.

Am anderen Tag ging es dann wieder zurück in die Zivilisation, auf gleicher Strecke, wo dann doch etwas Aufatmen durch den Bus ging, als wir die Ringstraße wieder erreichten. Ab diesem Moment prägte doch ein Ausdruck unseres RL das Gruppenleben – „schlimme Straße“ – was wir bei schlechten Verhältnissen dann immer wieder benutzten! Viel Interessantes gab es an diesem Tag nicht, außer dass ich in Egilsstaðir meine Jacke wieder bekommen habe!

8. Tag - 29.06.2015

Heute wenden wir uns – leider bei Regen – in Richtung der Ostfjorde. Ein Fjord nach dem anderen lässt sich auf der Straße mit dem Auto umrunden. Zwischendurch ein Stopp bei Petras Steinesammlung. Diese Steine hat die große alte Dame, die 2012 im Alter von 89 Jahren verstarb, rein nach ästhetischen Gesichtspunkten gesammelt und bis ins hohe Alter ihre Besucher selbst durch Haus und Garten geführt. Weiter geht die Fahrt bis nach Höfn.
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» TipSchottland - der Bericht

Re: Island 2015 - der ausführliche Bericht

Beitrag#2von Forenmoderatoren Christoph » 2. Jan 2016, 21:02

9. Tag – 30.06.2015

Am diesem Tag geraten wir mit Eis in Berührung, und das im wahrsten Sinn des Wortes. Unser Ausflug auf die Gletscherlagune Jökulsárlón steht an. Hier fährt man mit einem Amphibien-Fahrzeug auf die Lagune hinaus und bekommt dort Whiskey on the Rocks mit 1.000 Jahre altem Eis. Das ist schon ein Erlebnis der besonderen Art.

Auf die Papageientaucher, die im Anschluss fakultativ auf dem Programm gestanden hätten, mussten wir sturmbedingt leider verzichten, da aufgrund dieses Wetters der Heuwagen nicht gefahren ist. An dieser Stelle gabs mal wieder ne Enttäuschung vom Reiseleiter, der sich da nicht bemüht hat, uns einen wirklichen Ersatz zu bieten. „Vielleicht in Vik“ meinte er nur. Also ging es weiter zum Skaftafell N.P., und wir unternehmen eine Wanderung zum Svartifoss, der sich zwischen schwarzen Basaltsäulen hinunterstürzt. Nach diesem Stopp geht es weiter zu einem sehr schönen Campingplatz in Kirkjubæjarklaustur.
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10. Tag – 01.07.2015

Dieser Tag beginnt mit einem reichlich ernsten Problem in der Gruppe. Wir hatten einen Stromausfall im Bus zu verzeichnen, wodurch zum Beispiel auch die Heizung im Fahrgastraum des Busses nicht funktionierte. Was war geschehen? Wir hatten an diesem Morgen recht starken Regen. Damit aber nicht genug. An diesem Bus gibt’s an der rechten Seite gleich neben der Eingangstür eine Schublade, in der eine Steckdosenleiste zum Aufladen der Gästehandys und anderer strombedürftiger Gegenstände angebracht ist. Und eben diese Schublade hat irgendjemand bei dem starken Regen offengelassen, wodurch natürlich Wasser eindrang und die Stromversorgung außer Gefecht setzte. Was für richtigen Ärger sorgte. Und keiner wollte es gewesen sein. Trotzdem setzten wir unser Programm fort und fuhren durch moosbewachsene Lavafelder zum Lakikrater und zu anderen Sehenswürdigkeiten. Weil mir schlicht kalt war, war ich an diesem Tag auch nicht so besonders gut drauf. Meine Laune besserte sich erst zum Abend hin, als klar, dass zumindest wieder die Heizung funktionierte.

An diesem Abend saß ich noch recht lang draußen. Und da geschah noch so einiges, was mich und ein paar andere noch ziemlich zum Lachen brachte. Zuerst kam Brigitte daher und meinte, sie müsste unbedingt noch eine Plastikflasche verknubbeln. Was schon mal ziemlichen Lärm gemacht hat. Dabei hatte sie selber 10 Minuten vorher darum gebeten, doch nicht mehr so laut zu sein. Dann tauchte plötzlich unser Busfahrer Klaus oben auf seinem Bus wieder auf und meinte „Jetzt hab i‘s!“ (Dazu muss man wissen, dass Klaus einige bautechnische Veränderungen an dem Bus wie vorne die Seilwinde oder die Steckdosenleiste selbst vorgenommen hat. Auch das Zelt oben auf dem Bus hat er selbst gebaut. Also wusste er auch, wie das Problem zu beheben war). Also machte er sich gleich an die Arbeit. Nicht gerade geräuschlos machte er sich also an der Schublade zur Steckdosenleiste zu schaffen – was unseren Albert auf den Plan rief. Der steckte nämlich plötzlich den Kopf durch die Tür zum Bus und meinte, ob da jemand einbrechen wollte. Dann ging es noch drum, ob Klaus den Motor noch schnell anlassen wollte zur Probe ob auch alles funktioniert. Konnte er nicht machen wegen der 11 Stunden Standzeit, die sonst beim Teufel wären.

11. Tag – 02.07.2015

Am heutigen Tag steht die Fahrt von Kirkjubæjarklaustur über Vik am Seljalandsfoss vorbei nach Hella an. Wir nehmen Abschied von dem schönen Campingplatz und fahren nach Vik weiter, wo wir einen halbstündigen Aufenthalt haben. Dann geht es weiter zum Heimatmuseum in Skogar mit Mittagspause und zum Skogarfoss. Nicht weit davon ist der Seljalandsfoss, den man mit Regenkleidung sogar richtig hintergehen kann. Dazwischen war Filmgucken angesagt, über den großen Vulkanausbruch vor 5 Jahren, der in großen Teilen Europas den Flugverkehr lahmlegte. Abends dann auf einem so gar nicht schönen Campingplatz, dieser gehörte zu einer Schule und Sportstätte gehörte. Mal wieder Protest beim RL, der daraufhin endlich mal richtig reagierte. Später mehr.

12. Tag – 03.07.2015

Heute geht es zur Landamannalaugar, dieses Gebiet weckt bei mir Erinnerungen an eine sehr stürmische Nacht im Zelt. Allerdings wollte unser RL, dass wir um halb neun schon aufbrechen zu dem Ausflug, vorher wollte er noch einkaufen. Aber die Läden waren noch zu, also konnten wir nicht einkaufen. So ein Blödsinn, aber was solls. Auf nach Landmannalaugar, hier ging es zunächst auf asphaltierter Straße, später dann auf der Schotterpiste in dieses herrliche Wandergebiet. Bei meinem Besuch seinerzeit vor vierzehn Jahren war in diesem Gebiet ausgesprochen schlechtes Wetter mit Regen und Sturm, dort hatten wir damals unsere Zelte aufgeschlagen, aerodynamisch, wie es die RL nannte. An diesem Tag jedoch kam es mir vor wie beim Skifahren im März, so schön warm war es in der Sonne, man konnte sogar im T-Shirt auf der Bank sitzen und die Seele einfach baumeln lassen. Zurück ging es am Nachmittag zu dem Campingplatz, der 1996 und 2001 schon mein Entzücken war. Welcome home! Er war zwar a bissl umgestaltet, aber ich hab so einiges erkannt. Nach 14 Jahren!

13. Tag – 04.07.2015

Das Tal Þórsmörk ist unser heutiges Ausflugsziel. Wir fahren von Hella aus am Seljalandsfoss vorbei in dieses wunderschöne Tal, das ich schon 1996 und 2001 besucht habe. Ich kann mich da an eine Wanderung erinnern, wo ich aufgrund von Sturm und Regen klatschnass geworden bin. In diese Schlucht sind wir dieses Jahr wieder rein, leider nicht allzuweit, da nach Planung unseres RL nicht die Zeit dazu war, er wollte noch weiter rein ins Tal zu eonem anderen Haltepunkt, weil er eine andere Wanderung geplant hatte. Welche aber rückblickend bestenfalls als Spaziergang durchging. Diese war nämlich nach spätestens 50 Minuten durch. Am Nachmittag ging es dann wieder zurück nach Hella.

14. Tag – 05.07.2015

An diesem Tag fahren wir den berühmten Golden Circle, bestehend aus Þingvellir, dem ersten Parlament, Geysir und Gullfoss. Alles ein Muss, wenn man sich Island aufhält. Zuerst nach Þingvellir. Zum einen gibt es dort das erste Parlament, außerdem kann man dort die Bruchstelle zwischen der Eurasischen und der Amerikanischen Platte begutachten. Die Drift beträgt ein cm pro Jahr. Von dort aus fahren wir weiter zum Geysir Strokkur, der zuverlässig etwa alle sechs bis zehn Minuten eine Wasser Fontäne in den Himmel schießt. Schön zu beobachten ist dabei die Blase kurz vor der Eruption. Den Schlusspunkt des heutigen Tages bildet die Fahrt zum Gullfoss, auch ein atemberaubender Wasserfall und beliebtes Touristen Ziel. Dann zum Campingplatz, der ganz in der Nähe des Geysirgebietes liegt, sodass man abends nach dem Essen noch einen Spaziergang dorthin machen kann. An diesem Abend überlegen wir auch, ob man am nächsten Tag nicht gleich durchfährt bis Reykjavik, da Klaus nach 12 Tagen Fahrdienst eine Pause einlegen muss. Außerdem haben wir uns entschieden, die Blaue Lagune zugunsten einer Walbeobachtungsfahrt zu streichen. Für die Stadtrund fahrt haben wir einen Leihbus.

15. Tag – 06.07.2015 –Brigittes und mein Geburtstag!

Dieser Tag beginnt sehr schön für uns beide, wir bekommen Glückwünsche von allen Mitreisenden sowie die offiziellen von Rotel – einen Kuchen sowie ein schönes Schneidebrett, Bild

sowie von der Agentur eine Trollfigur. Den heutigen Tag verbringen wir auf dem Ausflug nach Hveravellir. Dazu fahren wir ein stück die Kjölur-Piste nach Norden. An diese Strecke kann ich mich auch erinnern, da hat mich 2001 ein heftiger Regenguss erwischt. Ich war seinerzeit froh um mein Klamotten-Notfallpaket. Danach sah das Wetter an diesem Tag nicht aus.

Von Hveravellir machen wir eine kleine Wanderung in Richtung Kjalhraun. Ganz hingekommen sind wir nicht, weil wir fast an jeder Blume halt gemacht haben. Nach dieser Wanderung ging es dann zurück Richtung Süden. Kaffeestop am Gullfoss, sodann an Geysir vorbei nach Reykjavik. Just in dem Moment, als wir in Geysir sind, spuckt unser Strokkur Brigittes und meine Geburtstagsfontäne!

Auf der Weiterfahrt nach Reykjavik staune ich dann doch, wie weit der Autobahnbau in Island vorangeschritten ist. Ich mag mir nur keine Autobahn zum Beispiel zur Askja vorstellen, denn dann ist es mit der Ruhe da draußen vorbei. Der Campingplatz in Reykjavik ist recht groß, trotzdem wissen wir nicht, wo wir mit unserem Truck hinsollen. RL, da hast mal wieder schlecht gearbeitet! Aber gemeinsam haben wir dieses Problem gelöst, und so gab es das letzte Rotelabendessen, bei dem wir auch die Koffer packen mussten, weil wir ja aus dem Bus rausmussten. Nach dem Essen noch ein Geburtstagsumtrunk von Brigitte und mir, der mich schlussendlich grad mal 5,-- €uronen gekostet hat.

16. Tag – 7.07.2015

Heute steht die nördlichste Hauptstadt Europas auf dem Programm. Haus des Isländischen Regierungschefs, Höfdi Haus, Ort des Gipfeltreffens Ronald Reagan und Michail Gorbatschow, Harfe – in diese durften wir nicht rein, auch nicht für zehn Minuten – „keine Zeit“ O-Ton RL. Rathaus, Universitätsgelände nur im Vorbeifahren. Zum Schluss zum Hafen, wo wir vom Schiff für die Walbeobachtung erwartet werden. Zwischendrin noch zum Essen in den Sea Baron. Die Walbeobachtung war sehr interessant, nur die RL war a bissi nervig, die hätte auch mal für fünf Minuten ihre Klappe halten können. War halt ne deutsche Studentin. Aber engagiert war sie. „Wenn wir die anstelle Egill gehabt hätten, dann wäre unsere Reise anders verlaufen“
Am Abend das Abschiedsessen im benachbarten Hotel neben dem Gästehaus von GJ Travel – mit der Trinkgeldübergabe. Da sich der Egill als RL gleich nach der Ankunft am Gästehaus verdrückt hat, hat nur der Busfahrer das Trinkgeld bekommen.

17. Tag – 8.07.2015

Tag der Heimkehr – um 3 Uhr Isländischer Zeit ist die Nacht vorbei, wir erhalten ab 03.30 Uhr im Gästehaus ein Frühstück. Und müssen dann auf den Bus warten. Gerüchteweise sollte dieser ab 4 Uhr bereitstehen, er kommt aber erst um 4 Uhr 45. Wurscht, denke ich mir, die Fahrt zum Airport dauert ja nicht lange. Hat auch nicht lang gedauert, da von Reykjavik nach Keflavik mittlerweile auch eine Autobahn existiert. Am Flughafen erwartet uns ein bisschen Chaos – und ich mußte meinen letzten Skyr an der Sicherheitskontrolle stehen lassen. Das ist scheinbar auch nicht mehr erlaubt. Der Flug nach Frankfurt war ruhig, nur die Landung war aufgrund sehr starken Windes nicht gerade angenehm. Danach mussten wir noch mehrere Kilometer über das Rollfeld fahren, bis wir unsere Parkstation fanden. Am Gepäckband dann das große Abschiednehmen, für Susanne und mich gab es noch einen gemeinsamen Flug deswegen durften wir nochmals einchecken. Beim Start dann genauso unruhig, „schlimme Straße“ in München dann erst ewig kreisen dann landen.
Zu guter Letzt dann die S-Bahnfahrt vom Airport nach Hause.

Das war - trotz aller Widrigkeiten, die eine Pilotreise nun mal mit sich bringt - eine sehr schöne Reise, von der ich mit sehr vielen Eindrücken zurückgekommen bin. Noch mehr Eindrücken, als es die hier verlinkten Photos vermuten lassen.

Dazu gibt es noch einen Film, den Ihr noch zu sehen bekommen sollt.

Viel Spaß beim Lesen!
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Re: Island 2015 - der ausführliche Bericht

Beitrag#3von Administratoren * Rick50 * » 2. Jan 2016, 21:35

Wunderschön zusammengestellt. :daumen:
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Re: Island 2015 - der ausführliche Bericht

Beitrag#4von Forenmoderatoren Christoph » 2. Jan 2016, 21:52

Wer übrigens Info's aus erster Hand möchte, darf gerne am 08.01.2016 beim regelmäßigen ROTEL-Stammtisch im Rechthaler Hof in der Arnulfstr. vorbeischauen. Um 19 Uhr geht's los.
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Re: Island 2015 - der ausführliche Bericht

Beitrag#5von Forenmoderatoren Christoph » 2. Jan 2016, 22:15

* Rick50 * hat geschrieben:Wunderschön zusammengestellt. :daumen:


Danke!
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Re: Island 2015 - der ausführliche Bericht

Beitrag#6von Forenmoderatoren Christoph » 31. Jan 2016, 14:22

Der nächste ROTEL-Stammtisch ist am 04.03.2016 ab 19 Uhr im Rechthaler Hof Arnulfstr.
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